Klaus Schulze – Body Love (1977)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 26. Juni 2009 um 22:30 in Klaus Schulze
1) Stardancer 13:38
2) Blanche 11:44
3) P.T.O. 27:12
4) Lasse Braun 22:26 (Bonus Track)



Was ist das beste an einem Pornofilm? Die Story? Die guten Dialoge? Das Interieur? Nein, eindeutig die Musik! Jedenfalls wenn es um einen ganz bestimmten Pornofilm geht. Ich meine natürlich den schwedischen Film Body Love des italienischen Regisseurs Lasse Braun – denn die Filmmusik hierfür stammt von keinem geringeren als - Klaus Schulze.

Irgendwo steht, dass Body Love tatsächlich das meistverkaufte Soundtrack-Album eines Pornofilms ist, was man natürlich schwerlich nachprüfen, jedoch durchaus glauben kann, denn mir ist z.B. kein anderes Album bekannt, dass explizit für das Hardcore-Genre komponiert wurde. Die werden doch meistens mit nichtssagender Dudel- oder Popmusik hinterlegt (wenn überhaupt), die sicher niemals auf irgendeinem Tonträger landet. Andererseits wird sich wohl selten ein bekannter Filmkomponist oder ein Popstar dazu überreden lassen, für einen Schmuddelfilm seinen Namen herzugeben. Und wenn, dann eher heimlich, um die Gage abzugreifen, aber bitte bloß nicht den Namen erwähnen.

Tja, Klaus Schulze sah das 1977 offensichtlich nicht so eng, denn er fand nichts dabei, für einen Film die Musik beizusteuern, den man niemals im Vorabendprogramm zu sehen bekommen wird. Und das Ganze hätte auch durchaus ein Schuss in den

Klaus Schulze: DVD Dziekuje Bardzo - Warsaw 25 Years Later (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 12. Juni 2009 um 20:11 in Klaus Schulze
1) Shoreless Two 28:23 (Warsaw)
2) Bazylika NSJ 41:34 (Warsaw)
3) Godspell 20:25 (Warsaw)
4) Spanish Ballerina 06:38 (Berlin)




Sooo, endlich kam zu der brillanten Live-CD Dziekuje Bardzo auch die dazugehörige DVD bei mir an, auf der das komplette Warschau-Konzert in hervorragendem Bild und Ton zu bewundern ist. Im Gegensatz zur Rheingold zwar nur eine Einzel-DVD, aber qualitativ ebenbürtig, wenn nicht sogar bildlich besser. Alles wirkt etwas plastischer, realer, man kann Klaus' Spiel direkt an seinen unglaublich langen Fingern[!] ablesen, was bei der Loreley-Konzert-Aufnahme nicht immer der Fall war. Ich glaube, die Kameraleute hatten auch einfach ein bisschen mehr Platz und ein bisschen mehr Erfahrung mittlerweile.

Nun schwanke ich natürlich ein wenig zwischen Enttäuschung und Begeisterung hin und her. Enttäuschung, weil nicht das Berliner Konzert (welches ich live erleben durfte) für die DVD benutzt wurde, und Begeisterung - aus genau demselben Grund. Denn einerseits ist es einfach schön, so ein Konzert nochmals ansehen zu können, andererseits habe ich nun eine hervorragende Aufnahme des Polen-Konzertes, das ich nicht sehen konnte. Hach, wäre da nicht noch einmal eine Doppel-DVD drin gewesen...? Aber ich will mich nicht beschweren, werden die Klaus Schulze-Fans doch in letzter Zeit wirklich verwöhnt. Erst die Boxen, dann die Re-Releases, dann Moonlake, Kontinuum, Farscape, danach die fantastischen Konzerte auf der Loreley, in Berlin und Warschau (und im September 2009 wiederum in Warschau, Berlin, Essen, Paris und Amsterdam), und schließlich noch die

Klaus Schulze - Dziekuje Bardzo - Vielen Dank (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Montag, 1. Juni 2009 um 13:23 in Klaus Schulze
1) Shoreless Two 28:23 (Warsaw)
2) Bazylika NSJ 41:34 (Warsaw)
3) Godspell 20:25 (Warsaw)
4) Shoreless One 33:14 (Berlin)
5) Ocean of Innocence 41:32 (Berlin)
6) Spanish Ballerina 06:38 (Berlin)


Dziekuje Bardzo beinhaltet Live-Aufnahmen der Konzerte in Berlin und Warschau vom November 2008. Wie bereits auf der Rheingold erleben wir Klaus Schulze in Kombination mit der Sängerin Lisa Gerrard.

Ich berichtete bereits über das famose Berlin-Konzert, daher freue ich mich natürlich riesig darüber, die Musik nun auf CD nochmals genießen zu dürfen. Es gibt doch nichts Cooleres, als ein tolles Live-Konzert zu erleben, und dann dieses Erlebnis später konserviert zu wissen. Gerade bei Klaus Schulze, dessen Konzerte nicht ein einfaches Nachspielen bekannter Stücke ist, sondern jeweils eine neue, überraschende Komposition, finde ich es einfach fantastisch, diese Musik dann zu erhalten, denn das Live-Hör-Erlebnis verblasst leider sehr schnell. Man erinnert sich zwar daran, dass man ein schönes Konzert besucht hat, die tatsächliche Musik jedoch entschwindet in einem allgemeinen Gefühl der Zufriedenheit, so dass man schließlich gar nicht mehr objektiv sagen kann, welches Stück, welche Melodie nun wie geklungen hat.

Leider sind die Titel nicht chronologisch angeordnet (das Berlin-Konzert fand einen Tag vor dem Warschau-Konzert statt), doch das liegt ganz einfach am Titel des Albums. Dziekuje Bardzo bedeutet "Vielen Dank" auf polnisch - damit wollte sich Klaus Schulze bei seinen treuen Fans in Polen bedanken und ihnen eine Live-Aufnahme des Warschau-Konzertes spendieren. Doch die Aufnahmen vom Berlin-Konzert waren es glücklicherweise auch Wert, veröffentlicht zu werden. Also wurde kurzerhand ein 3CD-Album daraus gemacht. Nun wäre es aber irgendwie komisch, dem Album einen polnischen Titel

Tangerine Dream: DVD Loreley Live 2008

Geschrieben von Olaf Lux am Samstag, 10. Januar 2009 um 19:45 in Tangerine Dream
War man früher noch froh, im TV mal einen Fitzel von Tangerine Dream zu sehen, Edgar Froese in einer Dokumentation über die deutsche Rockmusik zu entdecken oder eines der seltenen VHS-Videos wie Three Phase zu ergattern, ist es heuer fast schon normal, nach einem Konzert eine DVD davon im bandeigenen Shop zu finden. Das ist natürlich auch eine Kostenfrage, und da TD nun schon seit Jahren ihr eigenes Label und eigener Vertrieb sind, sind die Möglichkeiten hier auch viel einfacher geworden, abgesehen natürlich vom Aufwand, ein Konzert filmen, schneiden und produzieren zu müssen.

Nun waren Tangerine Dream Headliner beim III. Night of the Prog Festival 2008 auf der Loreley, und da ich live vor Ort war, musste ich natürlich die DVD dazu haben (ebenso wie die DVD Rheingold vom anschließend aufgetretenen Klaus Schulze). Und was soll ich sagen - man kann mich und meinen Bruder ganz klar und deutlich in der ersten Reihe stehen sehen. So muss das sein. :-)

Dass das Konzert zu den Highlights 2008 überhaupt zählt, habe ich ja in meinem Bericht dazu schon zu Genüge ausgedrückt. Interessant ist es jedoch, im nachhinein per DVD diese Live-Stimmung nochmal zu erleben. Und das vermag Loreley hervorragend - das Konzert ist in seiner vollen Länge ohne große Nachbearbeitung wiedergegeben, 17 Titel elektronischer Rock vom Feinsten in 5.1 Surround Sound. Und erneut bekommt man Gänsehaut bei Klassikern wie Tangram, Hyperborea, Lily on the Beach oder Girl on the Stairs. Aber auch die neueren Stücke sind hervorragend

Klaus Schulze: DVD Rheingold - Live at the Loreley 2008

Geschrieben von Olaf Lux am Montag, 1. Dezember 2008 um 19:49 in Klaus Schulze
1) Alberich 24:54
2) Loreley 39:35
3) Wotan 10:03
4) Wellgunde 14:56
5) Nothung 11:20
6) Nibelungen 31:27

Wenn ein Künstler wie Klaus Schulze nach über 40 Jahren die erste (richtige) DVD herausbringt, erwartet man schon etwas Besonderes. Und mit der Deluxe Edition von Rheingold hat man auch wirklich etwas Besonderes in Händen. Eine Doppel-DVD des Live-Konzertes inkl. 1std. Making of inkl. 1std. Interview inkl. Doppel-CD inkl. Bonus-Track, verpackt in eine geschmackvoll gestaltete DVD-Klapphülle im Schuber, schönes Artwork, Booklet mit vielen Fotos, Infos und Texten. Macht schon was her - und das bereits, ohne einen der Silberlinge herausgenommen zu haben.

Und was erwartet man von einem Künstler, dessen Musik prädestiniert wenn nicht sogar darauf angewiesen ist, klanglich Maßstäbe zu setzen - natürlich einen Surround-Sound der Extraklasse. Und als Augenzeuge des Konzertes kann ich sagen - wow! Die ganze Atmosphäre, das Feeling, die Klangteppiche, die kristallklare Stimme von Lisa Gerrard - alles findet sich relativ unbearbeitet und authentisch auf der ersten DVD. Knapp 2 Stunden der anspruchvollsten elektronischen Musik, gepaart mit Lisas beeindruckender Stimme, gewürzt mit Klaus' Herz erwärmenden Zwischenbemerkungen, Gesten, Grimassen für die wir ihn ebenso lieben, wie für seine Musik.

Man stelle sich nur einmal vor, nach 7-jähriger Bühnenabstinenz vor ein Publikum zu treten, ohne eigentlich zu wissen, welche Musik man spielen wird. Sicher hat Klaus seine Sequenzen vorbereitet, seine Presets programmiert und vielleicht auch schon eine Vorstellung im Hinterkopf, wie er anfangen wird - doch wohin es ihn dann führt, weiß er selbst nicht so genau. Mal ist die Stimmung für eine längere Einleitung gut, mal kommt er lieber gleich zur Sache, mal sind die Zuhörer unkonzentriert, mal kann man die berühmte Stecknadel fallen hören. Dann noch im Zusammenspiel mit einer außergewöhnlichen Sängerin wie Lisa

Klaus Schulze - Live in Berlin 2008

Geschrieben von Olaf Lux am Samstag, 15. November 2008 um 00:18 in Klaus Schulze
Nach dem unglaublichen Double Feature von Tangerine Dream und Klaus Schulze beim Night of the Prog Festival auf der Loreley konnte ich mir unmöglich ein weiteres KS-Konzert in Berlin entgehen lassen, noch dazu, weil ich es mit einem Besuch bei meinem besten Freund Björn verbinden konnte. Er musste natürlich mit, und obwohl kein wirklicher Kenner der "Old School Berliner Schule", war ich mir sicher, dass auch er die Show genießen würde.

Trotz kleinerer Startschwierigkeiten - mein Zug hatte Verspätung, so dass ich erst um 20.15 Uhr in Berlin ankam, das Konzert jedoch bereits um 20 Uhr beginnen sollte - kamen wir dennoch rechtzeitig im Schillertheater an, wenn wir auch den größten Teil der Vorgruppe Solar Moon verpasst haben. Schade, denn was wir noch mitbekamen, hörte sich angenehm entspannt und trotzdem rythmisch an - hervorragend nach dem Anreise-Stress.

Danach gabs schon die erste Pause, so dass wir nochmal ganz relaxt etwas trinken und uns über das Bevorstehende austauschen konnten. Das Publikum war ungewöhnlich bunt gemischt, jung und alt, Männlein und Weiblein, Anzug und Kutte - alles war vertreten, von der auf 40 geschminkten 60-jährigen mit Kunstpelz-Stola bis zum vollbärtigen Hot Pants-Träger in Stöckelschuhen (!). Etwas skeptisch war ich dann schon, wie Klaus wohl ankommen würde, wusste ich doch, dass den KS-Circle, den offiziellen Newsletter zu Klaus Schulze, ausschließlich Männer beziehen. Auch lernte ich durch Erfahrung, dass Frauen meist wenig bis gar nichts mit dieser Art von Musik anfangen können. Ich befürchtete schon, ein Drittel des Publikums erwartete etwas völlig anderes oder hatte ein Abo und schaut sich sowieso alles an, ob es nun Klaus Lage, Klaus Schulze oder Klaus&Klaus heißt. Aber ich sollte mich irren, das gesamte Publikum folgte aufmerksam und konzentriert dem Konzert, niemand verließ mittendrin die Vorstellung und der Applaus zum Schluss konnte sich durchaus hören lassen. Doch ich greife vor...

Klaus Schulze & Lisa Gerrard

Klaus begann mit einem kleinen Trick, den er, wie er später gestand, gerne in Theatern anwendet - er begann zu spielen, bevor der Vorhang sich hob. Das hatte eine interessante, spannende Wirkung, wenn diese auch etwas in Spaß verpuffte, als der Vorhang nach 1,50m stoppte und man nur einen kopflosen Klaus zu sehen bekam. Doch diese Panne wehrte nur

Rick Wright ist tot

Geschrieben von Olaf Lux am Mittwoch, 17. September 2008 um 21:14 in Pink Floyd
Mit tiefer Trauer erfuhr ich soeben, dass Richard Wright, Mitbegründer und musikalisches Rückgrat der Gruppe Pink Floyd, nach kurzer Krankheit am 15.09.2008 von uns gegangen ist.

Er war nicht der Frontmann, der Sänger, der Lead-Gitarrist, sondern der Keyboarder im Hintergrund, und er blieb auch privat lieber im Hintergrund. Dennoch wären ohne ihn Werke wie Dark Side of The Moon, Shine on you Crazy Diamond oder Wearing the Inside Out niemals komponiert worden.

Seine Soloalben Wet Dreams und Broken China bezeugen vielleicht am besten das Potential, das der Musikwelt nun für immer verloren geht. Umso tragischer, dass er gerade an seinem dritten Album arbeitete.

Dreimal durfte ich Rick live erleben: 2x mit Pink Floyd 1994 und als Gast bei David Gilmour 2006. Ich erinnere mich an einen stillen, ernsthaft "arbeitenden" Musiker ohne Schnörkel, der dennoch auf das Publikum ragierte und die Ovationen schüchtern aber glücklich genoss.

Ich bin sehr traurig.
Olaf



Eine Tribute-Seite, bei der auch andere Pink Floyd-Mitglieder sowie zahlreiche Fans ihre Trauer ausdrücken: ---> http://www.pulse-and-spirit.com/RWright-RIP.html

Netz-Tipp: Sleeveface - Coverköpfe

Geschrieben von Olaf Lux am Dienstag, 16. September 2008 um 20:30 in Musik
by Michaela Allen
Da gibt es Leute, die halten sich ein Plattencover vor die Birne, um ins Internet zu kommen. Und was soll ich sagen - es ist absolut klasse :-)


---> http://www.sleeveface.com/


Unbedingt auch in den Archiven stöbern..

Night of the Prog-Festival III 2008 - Tangerine Dream

Geschrieben von Olaf Lux am Samstag, 19. Juli 2008 um 15:35 in Tangerine Dream
Guten Morgen, Freunde!

Jaja, ich weiß, es ist später Nachmittag, aber ich hatte etwas Schlaf nachzuholen.

Denn was ich in den letzten 24 Std. erlebt habe, gehört zu den unglaublichsten Erfahrungen, die mir in meinem bisherigen (nicht mehr ganz) jungen Leben widerfahren sind. Und wenn ich in vielen Jahren einmal senil im Altenheim dahinvegetiere, und der freundliche Zivi, der mein Steckbecken wechselt, fragt: Na, Opa, was waren denn die schönsten Erlebnisse in Deinem Leben? - dann wird dieses Erlebnis garantiert dazu gehören...

Es geht um das III. Night of the Prog-Festival 2008 auf der Loreley. Das ist ein 3-tägiges Festival mit Künstlern, die sich dem Progressiv Rock zuordnen lassen. Auf der Loreley Freilichtbühne, gegenüber dem legendären imposanten Felsen, traten an die 20 Bands und Künstler auf, darunter Größen wie Roger Hodgson (Supertramp), Fish (Marillion) und Barclay James Harvest. Aber wen interessierten die schon...


Freitag, der 18. July - das war DER TAG. Denn Haupt-Act an diesem Abend waren Tangerine Dream, die Wegbereiter all derer, die heute meinen, Ambient-, Chill- und sog. Elektronische Musik zu machen. Doch nicht nur das - gleich im Anschluss hatte sich kein Geringerer als der eigentliche Erfinder der Elektronischen Musik angekündigt - Klaus Schulze. Jeder weiß, dass Klaus mal bei TD getrommelt hat - hier trafen nach Urzeiten alte Bekannte aufeinander. Das wäre so, als würde man ein Genesis-Konzert sehen, und gleich im Anschluss spielt Peter Gabriel. Oder nach 2 Stunden Pink Floyd käme plötzlich

Night of the Prog-Festival III 2008 - Klaus Schulze

Geschrieben von Olaf Lux am Samstag, 19. Juli 2008 um 15:34 in Klaus Schulze
Lest hier den ersten Teil - Tangerine Dream live auf der Loreley...

Klaus Schulze - Electronic Legend, Godfather of EM und was nicht alles. Für mich einfach einer der großen Komponisten und Musiker unserer Zeit. Und was war das? Er schlenderte verlegen auf die Bühne, lächelte dem donnernden Applaus entgegen und sagt: Also, Leute, ob ihrs glaubt oder nich', aber dass ich heute hier für Euch spiele, macht mich selbst glücklicher als Euch! und er lächelt, und er flachst, winkt und feixt ins Publikum - es macht ihm einfach Spaß. Als nach 15min feinster Musik erneut frenetisch applaudiert wird, geht er rüber zum Mikro und sagt Leute, ich war noch nicht fertig, wollte nur nen bisschen leiser werden, aber wenn Ihr mir so einen Applaus spendet, höre ich natürlich erstmal auf und genieße das. Und jetzt - lasst uns Spaß haben.
Und wir hatten Spaß. Zusammen mit Gastsängerin Lisa Gerrard (Gladiator Soundtrack) liefert er eine ergreifende, Gänsehaut erzeugende Vorstellung ab. 2000-3000 Menschen, Rockfestival-Besucher, lauschen mucksmäuschenstill den ruhigen Passagen und gehen voll ab bei den flotten Parts. Ebenfalls 2 Stunden verwandeln Klaus und Lisa die Loreley in ein akkustisches Märchenland. Und dann: Also Leute, ich bin ja wegen Euch hier, daher dürft Ihr Euch die Zugabe jetzt aussuchen. Noch was mit Lisa oder lieber was Flotteres? Zwischenrufe. Klaus: Ach, wisst Ihr was? Ich mach beides! Und dann folgen die 15 unbeschreiblichsten Minuten an elektronischer Synthesizermusik, die ich je gehört habe. Im Ernst, die Sequenz, die Klaus da spielte am 19.07.2008 zwischen 0.30Uhr und 0.45Uhr, war eins der geilsten Stücke, die ich je Live gehört habe. Danach die versprochene Zugabe von Lisa und ihm, und dann...
Wir sind bereits auf dem Weg Richtung Ausgang, als Klaus erneut auf die Bühne tritt. Na, das scheint Euch ja wirklich zu gefallen. Wir dürfen zwar nur bis 1.00Uhr spielen, aber egal, ich spiel noch eins!

Halb 2 war es, als wir uns schließlich auf die lange Heimfahrt machten, müde aber begeistert. Ein Musikkonzert der Extraklasse, von dem es hoffentlich einen Mitschnitt geben wird - genug Kameraleute rannten jedenfalls auf der Bühne rum. Ich danke Klaus und Edgar und Bernd für diesen wundervollen Abend. Sollte ich nochmals die Gelegenheit haben, Tangerine Dream oder Klaus Schulze live zu erleben - keine Frage.

Aber beide an einem perfekten Abend - das wird wohl einmalig bleiben. Schön, dabei gewesen zu sein...

David Gilmour - Remember That Night (2007)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 28. Dezember 2007 um 16:10 in Pink Floyd
Die 2-DVD Remember That Night von David Gilmour ist eine phantastische Musik-DVD, bei der nicht nur die Herzen der Pink Floyd-Fans höher schlagen. Es ist eine Referenz-DVD die zeigt, wie man's macht - wie man das Erlebnis eines Live-Konzertes präsentiert, ohne Wünsche offen zu lassen.

Da sind zum einen die Glücklichen (zu denen ich gehöre), die David Gilmour Live erleben durften. Ich sah ihn 2006 in Hamburg, und es war klar - sobald eine DVD dazu rauskommt, muss ich sie haben. Und die Unglücklichen, die keine Karten bekommen konnten (oder wollten), können sich hier nun doch noch anschauen, was sie verpasst haben - immerhin.

Auf Disc 1 ist das komplette Konzert aus der Royal Albert Hall, London, inkl. aller Zugaben, bei denen kein Geringerer als David Bowie mitsingt, und dabei einen passabelen Arnold Layne abgibt. Weitere Gastauftritte bieten David Crosby und Graham Nash, die mit ihrem Gesang einige Songs bereicherten, und Robert Wyatt, der einmal mehr bei David Gilmour mit auf der Bühne stehen darf. Hier spielt er so sentimental die Trompete(!), dass einem fast die Tränen kommen. Phil Manzanera (Roxy Music) an der 2ten Gitarre ist genial, und dem mir vorher unbekannten Drummer Steve DiStanislao sieht man die Spielfreude regelrecht an.
Für das rechte Pink Floyd-Feeling sorgen jedoch die restlichen Musiker: Guy Pratt am Bass, Jon Carin an Keys und Gitarre, Dick Parry am Saxophon und - Richard Wright. Was will man mehr...
Nach einem knackigen Pink Floyd-Intro à la Dark Side Of The Moon stellt Gilmour alle Songs seines neuesten Albums On An Island Live vor. Und live kommen die Songs um Längen besser, da das Album für sich sehr ruhig und scheinbar unspektakulär rüberkommt (Scheinbar, weil das Making of auf Disc 2 mich eines besseren belehrte). Im zweiten Teil dann die Klassiker von Pink Floyd mit einigen Überraschungen (Fat Old Sun) und dem

Klaus Schulze - "X" - Sechs musikalische Biographien (1978)

Geschrieben von Olaf Lux am Mittwoch, 7. November 2007 um 21:05 in Klaus Schulze
1) Friedrich Nietzsche 24:50
2) Georg Trakl 26:04
3) Frank Herbert 10:51
4) Friedemann Bach 18:00
5) Ludwig II von Bayern 28:39
6) Heinrich von Kleist 29:32
7) Objet D'Louis 21:32 (Bonus Track)

"X" - das soll eine römische 10 sein, das 10te Album von Klaus Schulze. Mein Bruder hatte die LP, ein Doppelalbum mit vielen Infos und Abbildungen. Ich weiss noch genau, wie fasziniert ich damals von den Fotos war. Klaus vor seinen Geräten. Waren das schon Synthesizer? Oder war das das Cockpit eines Raumschiffs? Ein bisschen von beidem, glaub ich. Hier habe ich Klaus das erste Mal richtig gesehen. Auf der Irrlicht (s.u.) war zwar auch ein Bild von ihm, aber nur ein Irr-Bild, eine verwehende Präsenz. Hier war er echt, zum anfassen, bei der Arbeit, beim Trommeln, beim Rumprobieren. Dazu mehrere Seiten Biografie über Klaus' Werdegang, seine Anfänge, seine Projekte, Far East Family Band und und und...

Aber am meisten überrascht war ich von der "Partitur" zu Ludwig II. Ich hätte damals nie im Leben gedacht, dass sich Klaus' Musik auf Papier bannen lässt. Doch hier sah ich es schwarz auf

Klaus Schulze - Irrlicht (1972)

Geschrieben von Olaf Lux am Samstag, 27. Oktober 2007 um 12:30 in Klaus Schulze
1) Satz Ebene 23:23
2) Satz Gewitter 05:39
3) Satz Exil Sils Maria 21:26
4) Dungeon 24:03 (Bonus Track)

Irrlicht ist das erste Solo-Album von Klaus Schulze aus dem Jahr 1972.

Lange habe ich Klaus' Erste nicht mehr gehört. Komisch, sie war und ist meine Lieblingsplatte. Wohl weil es die erste von ihm war, die ich je gehört habe. Sie und ''X'', mehr hatte mein großer Bruder nicht von Klaus Schulze. Er selbst wusste gar nicht, welchen Schatz er damals gekauft hatte. Ihm hatte lediglich das Cover gefallen, eine Arbeit des schweizerischen Malers Urs Amann. So hatte er schon Jean Michel Jarres Oxygene entdeckt. Dieses Dali-esque Wesen, kauernd auf einem bleiernen Mond, hat schon immer meine Phantasie beflügelt...


1. Satz: Ebene

Und wie immer drücke ich STOP und beginne noch mal, weil ich nicht einen einzigen der ersten Streicher am Anfang verpassen möchte, wie sie sich zaghaft, vorsichtig anschleichen und dann mit diesem langen, kreischenden Crescendo in diesem satten, dunklen Klang (01:00) vergehen. Ein bisschen

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